Lehrveranstaltungen Sommersemester 2010

Materialien sowie Verlaufspläne und Literaturlisten etc. sind über StudIP abrufbar

Vorlesung: Geschichte des christlichen M
önchtums (geeignet als Basisvorlesung im P-Modul, als Vorlesung im WPd3-Modul und als Vorlesung in allen WPi-Modulen mit kirchengeschichtlicher Beteiligung, alle Studiengänge; offen für Referenzfachstudierende, Anmeldung bis 01.04.) Di 8-10
Kl
öster - nie waren sie so wertvoll wie heute. Könnte man jedenfalls meinen, wenn man den Run der letzten Jahre auf Klöster, Meditation und stille Tage beobachtet, der vor allem von ausgebrannten und sinnsuchenden Frauen und Männern aus den Vorstandsetagen und Managerebenen ausgeht. Die Oasen der Ruhe versprechen Selbstfindung und innere Freiheit. Wo kein Handy klingelt und kein Fernseher auf dem Zimmer zum Zappen auf 9Live einlädt, keine statistischen Kurven auf Computerbildschirmen aufleuchten und keine überlaufende Emailbox angeklickt werden kann, da sind Frieden und Seelebaumelnlassen plötzlich in greifbare Nähe gerückt. Klöster, Mönchtum und Orden sind aber nicht nur ein Phänomen, das in der Gegenwart anziehend wirkt, sondern immer schon ging eine gewisse Faszination von ihnen aus, und immer waren sie in bestimmter Hinsicht ein Spiegel der gesellschaftlichen Zustände. Diesem „immer schon" wollen wir in dieser Vorlesung nachgehen, indem wir die zentralen Kapitel der Geschichte des christlichen Mönchtums aufschlagen und Licht- und Schattenseiten dieser Lebensform genau unter die Lupe nehmen.

Einf
ührungsseminar/Seminar: Luther und Rom (geeignet als Einführungsseminar im P3-Modul; als Seminar im WPd3-Modul und als Seminar in allen WPi-Modulen mit kirchengeschichtlicher Beteiligung, alle Studiengänge) Mo 10-12
Der Papst in Rom ist reizend. Meint: eine Reizfigur. Er polarisiert und provoziert. Und gleichzeitig kann keiner die Massen so begeistern wie der Herr in Wei
ß mit den roten Schuhen. Das ist heute ein Phänomen. Und das war es im 16. Jahrhundert schon genauso. Luthers Profil in Leben und Lehre ist kaum denkbar ohne die konkrete Auseinandersetzung mit Rom und seinem geistlichen Oberhaupt: Luthers anfängliches Bemühen um einen Schulterschluss mit dem Papst im Kampf gegen eine falsche kirchliche Praxis; seine Enttäuschung darüber, dass dieser sich als Feind des Evangeliums erwies; sein Kampf gegen den daraufhin von ihm als Antichristen titulierten römischen Bischof - das sind Facetten dieses Verhältnisses. Und eben diesen Facetten wollen wir im Seminar durch gründliches Quellenstudium nachgehen. Um das 16. Jahrhundert besser zu verstehen. Und um die Frage zu beantworten, wie heute ein Verhältnis zwischen Protestantismus und Rom gestaltet werden kann.

Seminar: Schleiermacher: Reden
über die Religion (geeignet als Seminar im WPd3-Modul und als Seminar in allen WPi-Modulen mit kirchengeschichtlicher Beteiligung, alle Studiengänge; AfK) Di 10-12
Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher geh
ört zweifellos zu den bedeutendsten Gestalten des nachreformatorischen Protestantismus, denn er hat mit verschiedenen Aussagen und Begriffsdefinitionen die Weichen gestellt für eine an Reformation wie an neuzeitlichen Bedingungen orientierte evangelische Theologie. Er gilt vielen als Kirchenvater der Neuzeit, und in jüngerer Zeit scheint an dieser modernen Ikone kaum noch ein Weg vorbeizuführen. Insbesondere dann, wenn man daran interessiert ist, „Theologie" und „Religion" zu verstehen und danach zu fragen, was man eigentlich unterrichtet, wenn man „Religion" unterrichtet. Oder daran, was „Religion" in einer Gesellschaft bedeutet, die von sich behauptet, dass in ihr „Religion" eine wenn überhaupt, dann untergeordnete Rolle spielt. Wir wollen uns Schleiermacher und seinem Religionsbegriff nähern, indem wir eines seiner bedeutendsten Werke miteinander lesen und diskutieren: „Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern". Der Text ist in irgendeiner Variante (Reclam ist die günstigste) anzuschaffen.

Oberseminar zusammen mit Dr. Volkmar Ortmann: Philipp Melanchthons Beitrag zum reformatoreichen Bildungsprogramm (geeignet als Seminar im WPd3-Modul und als Seminar in allen WPi-Modulen mit kirchengeschichtlicher Beteiligung, alle Studieng
änge; AfK) Mo 18-20
Innerhalb der Reformationsdekade, die langfristig auf das gro
ße Reformationsjubiläum 2017 vorbereiten soll, steht das Jahr 2010 im Zeichen des Themas „Reformation und Bildung", denn einer der hervorragendsten Köpfe der Reformation, Philipp Melanchthon, feiert 450. Todestag, und er ist derjenige unter den Reformatoren, die sich sehr ausführlich und grundsätzlich mit Bildung beschäftigt und hier Praktisches geleistet haben. Guter Grund, sich mit ihm und seinem Bildungsprogramm etwas ausführlicher auseinanderzusetzen und zentrale Texte aus seiner Feder zu diesem Thema zu analysieren und zu diskutieren. Gleichzeitig soll der Frage nachgegangen werden, welchen Zusammenhang es zwischen Religion und Bildung gibt und was dies für die aktuellen Bildungsdiskussionen bedeutet.